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Tagebuch


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Beitrag vom 06.06.2014, 23:01Uhr
Jana Sussmann
Jana Sussmann
Themenautor
Registriert seit: 15.04.2014
Beiträge: 31
 Run for Help und meine Wette
Run For Help – 9. Lüneburger Stadtlauf – 23.05.14
„Das war so toll!“
Dieser Ausruf kommt mir sofort in den Sinn, wenn ich an den 23. Mai zurückdenke. Da fand in Lüneburg der Run-for-Help, 9. Stadtlauf statt. Ein Tag mit so vielen guten Dingen.
Aber der Reihe nach. Der Run-for-Help ist eine Benefizveranstaltung, bei der gesunde Menschen für MS-Betroffene laufen. Der Lauf findet alle zwei Jahre statt, dieses Jahr bereits zum neunten Mal. Und wieder haben freiwillige Helfer für einen reibungslosen Ablauf gesorgt und viele Menschen glücklich gemacht; sowohl diejenigen, die laufen (Bewegung, frische Luft, Endorphine) und die MS-Betroffenen, die durch die vielen Spenden in ihren Aktivitäten z.B. in der DMSG-Kontaktgruppe-Lüneburg unterstützt werden. Denn alle eingenommenen Spenden kommen der DMSG-Gesellschaft (Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft) zu Gute.
Keine Frage, dass ich mitlaufe – jetzt als MS-Botschafterin für den ehemaligen Regierungsbezirk Lüneburg und verletzungsfrei! In Winsen gibt es den Run for Help schon seit 18 Jahren - dieses Jahr am 18. Juli, haltet Euch den Termin schon einmal frei. Da habe ich schon viele Male teilgenommen. In Lüneburg war mein Debüt und es war ganz anders. Dort finden nicht wie in Winsen Walking,- Einrad,- Handbiking- oder andere Starts statt, sondern nur Läufe. Für die Kleinen gibt es Kinder- und Schülerläufe und für alle anderen den Hauptlauf: 8,75 Kilometer. Ein Freitagabend. Durch Lüneburgs Altstadt. Etwa 1200 Läufer.
Direkt nach der Uni habe ich mich aus Hamburg auf den Weg nach Lüneburg gemacht und ab dem Nachmittag mit zwei Lauffreunden bei der Startnummernausgabe geholfen. Allein das hat schon Spaß gemacht. Alle waren so freundlich, unter Läufern ist sowieso immer eine ausgelassen fröhliche Stimmung :)
Toll fand ich, zu sehen, wie viele unterschiedliche Menschen sich angemeldet haben: ganze Schulklassen und Lüneburger Firmen, ältere Herren, die jedes Jahr dabei sind, Leute, die nur einmal im Jahr und zwar bei dieser Veranstaltung laufen, Gruppen junger Studenten, die die Strecke gemeinsam bezwingen, hochmotivierte Einzelstarter, Hobbyläufer und Profis.
Je näher die Startzeit rückte, umso mehr stieg auch meine Nervosität. Auch wenn solch ein Lauf etwas ganz anderes ist als ein Wettkampf auf der Bahn und es nicht darum ging, eine Norm zu erfüllen, war es dennoch ein Start gemeinsam mit vielen anderen und schnellen Läufern und ich wollte mein aktuelles Leistungsvermögen abrufen.
Jedoch hatte ich dieses Mal eine Situation, die ich sonst noch nie hatte: Ich habe gewettet, dass ich unten die ersten Zehn ins Ziel komme. Wenn ich das nicht schaffe, besuche ich einen Tag das MS-Wohnheim der Stiftung Linerhaus in Celle. Das wurde auch in der Lokalpresse angekündigt und hat schon etwas Druck aufgebaut. Hinzu kommt, dass ich vor Ort immer wieder die Aussage mitbekam, dass der Lauf dieses Jahr so gut besetzt sei, wie noch nie. Gut für die Veranstalter und Zuschauer, mehr Druck für mich ;)
Aber: „Wer gewinnen will, darf nicht ans Verlieren denken!“
Also Warmlaufen, Trikot anziehen, an den Start stellen und ab geht es!
Da sind weitere tolle Dinge des Tages zu erwähnen: Zuerst das Wetter. Der Freitag war der erste Tag nach einer Reihe von sonnigen Tagen, der bewölkt und kalt war. Pünktlich zum Startschuss haben sich die Wolken aber verzogen und Sonnenstrahlen haben etwas Wärme verbreitet. Das hat mich glücklich gemacht und wohl auch dafür gesorgt, dass noch ein paar mehr Lüneburger sich zum Anfeuern an die Strecke gestellt haben. Zurufe von Zuschauern – und ich denke, da spreche ich im Namen aller Läufer – beflügeln unheimlich! Ich bin die ganze Zeit mit einem Grinsen gelaufen, weil mich die Zurufe so gefreut haben.
Außerdem ist die Strecke selbst unheimlich schön. Sie verläuft quer durch Lüneburg. Ich liebe die kleinen, schiefen Gassen, die süßen Cafés, die Fachwerkhäuser…
Und zu all dem kommt noch, dass mein Gefühl während des Laufs ausgezeichnet war. Ich hatte lockere Beinchen und kam ins Rollen. Ein gutes Gefühl ist immer sehr wichtig und aussagekräftig. Der Lauf hat mich motiviert und mir meine durch das Training vermutete Form bestätigt.
Weil es Spaß gemacht hat, vergingen die 8,75 Kilometer dann auch sehr schnell. Und auch wenn es knapp war und ich ein bisschen Glück hatte, habe ich die Wette gewonnen – yeah!
Wieder mein Motto: „Wer gewinnen will, darf nicht ans Verlieren denken“. Das habe ich auch nicht getan. Jedenfalls bis ich im Ziel war. Dann habe ich doch daran gedacht, was wäre, wenn ich doch verloren hätte: ich hätte im MS-Wohnheim Erfahrungen gesammelt und vielleicht anderen Menschen eine Freude bereitet. Nun bin ich fast etwas traurig, die Wette nicht verloren zu haben und habe mich entschlossen, das MS-Wohnheim trotzdem zu besuchen ;)
Es war also ein ganz toller Tag, in zwei Jahren werde ich auf jeden Fall wieder dabei sein.


Jana Sussmann
zuletzt bearbeitet am: 11.06.2014, 20:40 von Jana Sussmann

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